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Kunstmarkt Research und Kunstinvestitionen

Künstler, Kunstmärkte & Kunstmarkt Preisdeterminanten

Die wichtigsten Aufgaben der Kunstmarkt Analyse sind die Analyse von historischen Verkaufsdaten sowie die Vorhersage von zukünftigen Trends. Kunstschätzungen und statistische Verfahren spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Mechanismen und Risiken, welche ausschlaggebend für die finanziellen Renditen von Künstlern oder Kunstkategorien sind, gehören zu den wichtigsten Informationen für Kunstinvestoren. Um gründliche Kunstmarktanalysen in der Praxis durchführen zu können, braucht es Basiskenntnisse bezüglich Kunst als alternativer Investitionsform, der Marktverhältnisse und Marktteilnehmer sowie der Determinanten von Kunstmarkt Preisen.  

Die hervorstechendsten Eigenschaften von Originalkunst sind Heterogenität und Einzigartigkeit. Beides sind Hindernisse für einen regelmässigen Handel sowie für die Bestimmung der finanziellen Performance. Handelsgüter wie Öl oder Weizen sind ziemlich homogen. Andererseits sind Handelswaren nicht beständig. Die meisten Kunstobjekte sind beständig; Ausnahmen hiervon sind Performance Art oder Art Intervention. In beiden Fällen verschwindet die Kunst nach der entsprechenden Performance. Heterogenität heisst, dass ein Kunstwerk kaum austauschbar ist. Für den finanziellen Kunstinvestor bedeuten beide Eigenschaften Illiquidität, und es werden Fragen hinsichtlich der Authentizität eines Werkes aufgeworfen. Finanzielle Kunstinvestoren erwarten eine künftige Wertsteigerung des Objektes. Wie alle Investoren hoffen sie, dass der Wert über die Zeit zunimmt, oder, dass er zumindest Inflationsstabil ist. Wie bei Investitionen in Aktien, können erstandene Kunstwerke diesbezüglich eine Enttäuschung sein. Kunstinvestitionen sind, je nach Bekanntheitsgrad des Künstlers oder der Qualität des Werkes im Allgemeinen, mehr oder minder spekulativ. Investitionen in einen Start-up oder jungen eher unbekannten Künstler sind normalerweise riskanter als Investitionen in einen Grosskonzern oder Kunst vom Höchstpreissegment. Das Risikoprofil von Kunstinvestitionen ist ähnlich wie jenes von Aktien.
Das Verständnis der rein finanziellen Kunstinvestoren bezüglich ihrer Kunstinvestments kann folgendermassen zusammengefasst werden: Das wichtigste Merkmal des Objektes ist die Signatur, analog einer Marke, denn sie bestimmt weitgehend den Kunstmarkt Preis; nicht so sehr die Genialität oder der kulturelle Wert eines Werkes. Das einzige Kriterium für den professionellen Kunstinvestor ist der Betrag der darin investiert werden kann.

 

 

Eine weitere bemerkenswerte Eigenschaft von Kunst ist, dass sie zu der Kategorie der Konsum- und Investitionsgüter zählt. Vergleichbar mit Immobilien, bietet Kunst einerseits eine psychische Rendite die charakteristisch ist für dauerhafte Konsumgüter und andererseits finanzielle Renditen wie bei den Investitionsgütern. Die psychische Rendite beinhaltet zahlreiche Formen der Freude und Befriedigung aufgrund der Ästhetik und dem sozialen oder kulturellen Wert des Kunstwerkes. Der Kunstinvestor ist fasziniert vom Objekt weil es ihm oder ihr ganz einfach gefällt, zum Beispiel das Thema der Arbeit, die Technik, der Hintergrund usw., oder, es kann einen positiven Einfluss auf seinen oder ihren sozialen Status haben, durch die Tatsache, dass der Eigentümer ein Werk eines berühmten Künstlers besitzt. Es ist sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich, solche Renditen zu berechnen.
Die wissenschaftliche Literatur der Kunstökonomie hat verschieden Ansätze vorgebracht wie jene Renditen berechnet werden könnten. Eines der Konzepte ist eine Schätzung der Kunstmieten. Die Bereitschaft eines Kunstliebhabers Miete für ein Werk zu entrichten kann einen Hinweis über seine Wertschätzung liefern. Da die Kunstmiete üblicherweise nicht zu Eigentumsrechten des Kunstliebhabers führt, können finanzielle Motive wie die Wertsteigerung oder andere Einkünfte desselbigen ausgeschlossen werden. Was bleibt ist die psychische Rendite von Kunst als Konsumgut. Die Tatsache dass die private Kunstmiete in vielen Kunstmärkten nicht sehr verbreitet ist, wirft die Frage auf, ob das  Anschaffungsmotiv der psychischen Dividende, ohne Eigentumsrechte oder finanzielle Interessen, nicht überschätzt wird.

 

 

Die finanziellen Kunstmarkt Renditen basieren auf der erwarteten Wertsteigerung, real oder geschätzt, der Kunstwerke über die Zeit. Die Veränderungen der Kunstmarkt Preise können dabei auf Basis von Mehrfachverkäufen derselben Objekte erfasst werden, z.B. Hammerpreise von Kunstauktionen, oder  auf Basis von Kunstschätzungen von Kunstberatern, von Kunstversicherern, oder, unserem Ansatz der Kunstmarktanalyse, auf Basis von statistischen Berechnungen (hedonische Regressionen) aufgrund von historischen Verkaufsdaten desselben Künstlers. Im Gegensatz zu anderen Investitionen erzielt Kunst normalerweise keine finanzielle Dividende. Trotzdem kann der Besitz eines berühmten Kunstwerkes zu Einnahmen führen. Bilder werden in privaten Museen gezeigt oder für Kunstausstellungen vermietet. Beides führt zu Besuchereinnahmen. Andere Beispiele für monetäre Dividenden sind der Verkauf von Reproduktionen oder, in einigen Ländern, Steuerersparnisse. 

Kunst hat weitere Merkmale mit anderen Wertanlagen wie Immobilien oder Edelmetallen gemeinsam: Einen Restwert und Schutz vor Inflation. Der Wert eines Kunstinvestments kann erheblich fallen, wird aber nie auf null zurückgehen. Einige Kunstinvestitionen haben tiefe oder negative Korrelationen zu herkömmlichen Anlageformen. Sie erzeugen somit ein hohes Alpha. Kunst kann also zu einem traditionellen Anlageportfolio, zwischen 5% und 20%, hinzugefügt werden, um mit einer Diversifikationsstrategie höhere Renditen ohne Ausweitung des Risikos zu erzielen. Die meisten Kunstberater empfehlen denn auch Kunstinvestitionen als gute Möglichkeit die Volatilität des Aktienmarktes auszugleichen; eine Kombination aus tiefem Risiko mit tiefer Rendite und hohes Risiko mit hoher Rendite ist am erfolgversprechendsten. In beiden Fällen, abhängig von den gewählten Künstlern, kann Kunst gute Ergebnisse erzielen. Trotz dieser Empfehlungen kommen einige Kunstmarktanalyse-Reports zum Schluss, dass keine Diversifikationsvorteile in kombinierten Kunst- und Finanzportfolios, jedoch in diversifizierten Kunstportfolios, existieren.  

 

 

Es gibt viele Publikationen zum Thema Angebot und Nachfrage in Kunstmärkten. Das Kunstangebot ist weniger elastisch als das Angebot von finanziellen Anlagen. Dies hat verschiedene Gründe. Die Anzahl Kunstwerke bereits verstorbener Künstler ist limitiert. Der Tod eines bekannten Künstlers führt oft zu einem Preisanstieg, dem sogenannten Sterbe-Effekt. Potentielle Kunstinvestoren gehen davon aus, dass das künftige Angebot zurückgehen wird und demzufolge die Kunstmarkt Preise steigen werden. Die jüngsten Kunstmarktanalysen bestätigen diesen Effekt, im Speziellen für das Hochpreissegment. Im Weitern, sind viele der bekanntesten Kunstwerke Bestandteile wichtiger privater Sammlungen, oder sie sind blockiert in öffentlichen Museen. Diese Objekte kommen oft erst bei Todesfällen, Verschuldung, Scheidung oder Bankrott wieder auf den Markt. Selbst wenn der Künstler oder die Künstlerin noch aktive sind, werden sie nicht unbedingt bereit sein Repliken von erfolgreichen Phasen ihres Kunstschaffens zu erstellen, bloss um den Marktkräften zu genügen. Drittens, entstehen in den unelastischen Kunstmärkten aufgrund der Einzigartigkeit sehr gesuchter Werke Situationen in denen die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigt. Schlussendlich zu erwähnen bleibt das Verhalten von Kunstgalerien die vor allem Zeitgenössische Kunst verkaufen. Sie schützen und fördern ihre Künstler und möchten deren Werke in wichtigen Sammlungen platzieren. Sie haben kein Interesse an einem Überangebot. Das Angebot wird somit unelastisch, da sie die Anzahl Werke reduzieren und nicht alle Sammler ihren Anforderungen genügen.  

 

 

Viele Faktoren haben einen Einfluss auf den Preis eines Kunstwerkes in den verschiedenen Kunstmärkten. Um nur um einige zu nennen: Einzigartigkeit des Kunstobjektes, vergleichbare Künstler, Angebot und Nachfrage der Arbeiten, Meinungen von Beeinflussern, Konsumentengeschmack und die gesamtwirtschaftliche Lage. Die wichtigsten Determinanten von Kunstmarkt Preisen können in vier Gruppen eingeteilt werden: Die Eigenschaften des Werkes, der Ruhm des Künstlers, die Marktbegebenheiten und externe (wirtschaftliche) Einflüsse. 

Die Faktoren betreffend den Eigenschaften eines Werkes sind die offensichtlichsten Kunstmarkt Preisdeterminanten. Sie sind vergleichsweise einfach zu bestimmen und statistisch zu berechnen. Unser Ansatz des Kunstmarkt Researches beinhaltet solche Variablen wie: Art und Qualität eines Werkes, Thema, Technik und Material, die Dimensionen und Fläche, die Echtheit und der Zustand des Werkes, das Entstehungsjahr, die Signatur, das Datum und der Ort des Verkaufes, die Einzigartigkeit und Herkunft des Werkes. 
Die Datenbeschaffung und die statistischen Berechnungen der anderen drei Gruppen sind anspruchsvoller. Kunstmarktpreise sind volatil und manchmal nur schwere nachvollziehbar, da sie nicht rationale Einflüsse wie Zeitgeist, Mode oder Status beinhalten. In so einem spannenden Umfeld führen unsere Kunstmarkanalysen und Dienstleistungen - Kunstmarkt Preisindexe, Künstler Preisindexe, Kunstschätzungen, Kunstberatung - letztendlich zu erhöhter Transparenz und Effizienz in den Kunstmärkten.